Zu Besuch bei der "Bürgermeisterin der Mäusestadt"

Johanna Brambach ist Schaustellerin in siebter Generation und sozusagen "Bürgermeisterin" der Mäusestadt. Bereits ihre Eltern hatten mit einer „Boxbude“ ein außergewöhnliches Geschäft. Dieses Erbe des Außergewöhnlichen setzt Frau Brambach fort: Es gibt nur drei Mäusestädte in Deutschland. Ein Grund mehr, den Mäusen, die zum ersten Mal in Fürth sind, einen Besuch abzustatten.

Hallo Frau Brambach! Bei Ihnen tummeln sich über 300 Mäuse. Woher kam die Idee einer Mäusestadt?

Die Idee hatte ich eigentlich schon als Kind. Ein anderer Schausteller hat dieses Geschäft bauen lassen, aber nur drei oder vier Jahre geführt, bis er es zum Verkauf angeboten hat. Da eine eigene Mäusestadt schon immer mein Kindheitstraum war, habe ich mir diesen Wunsch erfüllt und sie gekauft. Seitdem mache ich das hier mit ganzem Herzen.

Wie viele Bewohner hat die Mäusestadt derzeit, und wo kommen sie her?

Unsere Mäuse kommen seit Jahrzehnten von einer besonderen Zucht in der Nähe von Paderborn. Die meisten Mäuse werden für Tierversuche gezüchtet. Dadurch, dass ich aus dieser Zucht kaufe, rette ich jährlich zwischen 300 und 400 Mäuse. Das Leben in der Mäusestadt ist bestimmt angenehmer als im Labor.

Worauf müssen Sie während des Betriebs achten?

Auf viele Dinge. Mit meiner Kamera habe ich ständig ein Auge auf meine Mäuse. Ich achte darauf, dass das Wasser immer sauber ist und es ständig Futter im Käfig gibt. Damit die Mäuse in einer sauberen Stadt leben können, reinigen wir diese täglich - so werden auch unangenehme Gerüche vermieden. Auch die Besucher der Stadt sollen sich ja wohlfühlen.

Was begeistert die Besucher an den kleinen Nagern?

Die kleinen Farbmäuse sind sehr niedlich. Hier tummeln sich Mäuse mit Kuhfell, schwarze Mäuse, weiße Mäuse… Es ist ein schöner Anblick. Die Leute erfreuen sich daran, wenn die Mäuse durch das Rad laufen, im Käfig herumklettern, naschen oder aneinander gekuschelt schlafen. Sowas mögen die Kinder und auch die Eltern. Es gibt ja glücklicherweise noch sehr viele tierliebe Leute.

Welche Regeln gelten in der Mäusestadt?

Ich möchte Stress für die Mäuse vermeiden. An die Scheibe klopfen, rennen und Fotos machen sind in der Mäusestadt nicht erlaubt. Ich sehe das ja durch die Kamera und dann brauche ich nur einen Knopf drücken und es wird eine Durchsage gemacht. Im Großen und Ganzen passiert das aber sehr selten.

Was macht die Michaelis-Kirchweih für Sie besonders?

Hier in Fürth sind ganz nette Leute und ich habe hier auch viel älteres Publikum. Großeltern kommen an einem Tag mit ihren Enkeln und am nächsten Tag alleine. Manche wollen ihre Kindheitserlebnisse einfach noch mal auffrischen. Die setzen sich drinnen auf die Bank und sind manchmal stundenlang da. Das finde ich schön. In Nürnberg habe ich das nicht. Oft kommt auch jemand an die Kasse und macht mir und der Mäusestadt Komplimente.

Ich habe mich sehr gefreut, als ich die Zulassung für die Michaelis-Kirchweih bekommen habe. Das hier ist eine gute, traditionelle Kirmes für Familien.