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Die Fürther Kirchweih kann auf eine langsam gewachsene Tradition verweisen. Das beliebte Fest hat viele eigene Geschichten geschrieben, bis es selbst zu einem wichtigen Bestandteil der Geschichte dieser Stadt geworden ist. Die Mutter dieser Geschichte ist die zweitälteste Kirche von Fürth, St. Michael, benannt nach dem streitbaren Erzengel. |
Vermutlich wurde dieses etwas schmucklose, eher an eine Dorfkirche erinnernde Gotteshaus im Jahr 1100 erbaut. Da schon 601 Papst Gregor eine Verfügung erlassen hat, dass eine Kircheneinweihung nicht nur mit einem kirchlichen Akt, sondern auch mit einem weltlichen Festessen begangen werden sollte, gehen Historiker davon aus, dass die erste Fürther Michaelis-Kirchweih zur Fertigstellung der Kirche stattfand und sie damit mehr als 900 Jahre alt ist.
Die Fürtherinnen und Fürther waren stolz auf ihre „Michels-Kerch“ und wiederholten die Feier Jahr um Jahr am „Michael und aller Engel Tag“, dem 29. September, oder am darauf folgenden Sonntag. Immer beliebter wurde die Kirchweih und so dehnte sie sich weiter aus. Erst auf den Kirchenplatz, dann in die Gustavstraße und schließlich auf immer größere Bereiche der Innenstadt.
Heute erstreckt sich das Kirchweihgelände vom Königsplatz bis zur Fürther Freiheit auf rund 55.000 Quadratmetern. Dicht aneinandergereiht ergäben die Buden und Stände eine Strecke von etwa 3,5 Kilometern. Während der Kirchweih wird sogar – deutschlandweit einmalig – die Bundesstraße B8, die durch die Innenstadt führt, gesperrt. Eines jedoch ist damals wie heute gleich geblieben: die unvergleichliche Stimmung dieser herbstlichen Straßenkirchweih, die Einheimische wie Besucher noch einmal ausgelassen feiern lässt, bevor die ersten Fröste die ruhige Jahreszeit endgültig einläuten.