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Die Michaelis-Kirchweih hat im Laufe der Jahrhunderte viele Geschichten geschrieben. Geschichten, die selbst schon wichtige Bestandteile der Fürther Geschichte geworden sind. Und immer beweisen diese Geschichten: Die Fürtherinnen und Fürther lieben ihre "Kärwa" wie sie ist. Will sie jemand verändern, hat er schlechte Karten. |
Ein Beispiel stammt aus dem Jahre 1901, als man die Standortfrage stellte: Damals hatte der Magistrat mit sieben gegen sechs Stimmen beschlossen, die Schaubuden, Fahrgeschäfte, Heringsbrater und die Glücksbuden auf den Lindenhain zu verlegen, die so genannten Messbuden in die König- und Gustavstraße und den Geschirrmarkt auf dem Löwenplatz. Die Folge war, dass der Chronist Paul Rieß noch 27 Jahre später von einer "verkuhwedelten Kirchweih" sprach. Die Nürnberger hätten zwar wie immer dem Lockruf der "Kärwa" nicht widerstehen können, seien aber gleich wieder zurückgefahren als sie sahen, was aus dem Innenstadtfest geworden ist. "Sofort nach der Kirchweih zirkulierte unter der Bürgerschaft zur Sammlung von Unterschriften eine Eingabe an den Magistrat", berichtet die Chronik. Die zeigte auch Wirkung: Denn bereits am 26. Oktober nahm der Magistrat seinen Beschluss zurück, mit elf gegen drei Stimmen.