Willkommen bei der Fürther Michaelis-Kirchweih

Fürberger Kärwaburschen: "Was wär denn des Färdd..."

Echte Kärwaburschen und -madli lassen sich durch Nieselregen keineswegs vom traditionellen "Betz'n Tanz" abhalten: Am  6. Oktober haben sich die Fürberger wieder mit  Musikkapelle vor dem Stadttheater eingefunden und ihrem Publikum den Tanz ums geschmückte Schaf präsentiert. Was viele nicht wissen: Die Fürberger sind ein organisierter Verein, der vor allem das Dorfleben aktiv mitgestaltet. Von der Michaelis-Kirchweih sind sie allerdings auch nicht wegzudenken.

Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.  

Der Kärwaburschen-Verein wurde 1998 gegründet, um einem Notstand bei der Fürberger Kärwa abzuhelfen: Keiner wollte ein Festzelt organisieren, dann nahmen die (damaligen) Jugendlichen die Sache selbst in die Hand. Mit Erfolg - die Stadtteilkirchweih konnte aufrecht erhalten werden und der junge Verein bekam eine Auszeichnung von der Stadt Fürth.

Dafür sind sie gerne auch bei der Michaelis-Kirchweih mit von der Partie. Der Betz'n Tanz hat klare Spielregeln: Abwechselnd wird zur Musik gesungen und getanzt, am Ende jeder Tanzrunde wird ein Blumenstrauß weitergegeben. Wer diesen in den Händen hält, wenn der mitgebrachte Wecker klingelt, bekommt das ebenfalls mitgebrachte Schaf (den "Betz'n").

So war es zumindest früher der Brauch - die moderne Version des Rituals ist etwas tierfreundlicher: Der Betz bleibt am Leben und kommt zurück zu seinem bisherigen Besitzer, das Gewinner-Paar bekommt ein Geschenk. Über eine Auswahl von Spezialitäten aus dem Hause Julius Staudt darf sich heuer Gina Albiasini mit ihrem Partner Steffen Popp freuen.

Franz Kimberger (siehe oberstes Foto), der zweite Vorstand der Kärwaburschen, verrät: Die sechsköpfige Blaskapelle kommt aus Zirndorf, und auch die beiden Gewinner wohnen garnicht in Fürberg, sondern wurden aus Retzelfembach ausgeliehen. Auch dort gibt es eine Kärwa-Jugend, und die beiden Ortschaften helfen sich gegenseitig aus. Das "Retzel" lässt der Franke der Sparsamkeit halber weg und nennt den Nachbarort kurz "Fembach". 

A propos Fränkisch: Das sollte man beherrschen, wenn man die  Vierzeiler verstehen will, die von den "Fürbergern" zwischen den Tanzrunden gesungen werden. Hat man kleine Kinder dabei und wird nach der Bedeutung der Texte gefragt, empfiehlt sich zumindest teilweise eine ausweichende Antwort: Habe ich selbst nicht verstanden, mein Fränkisch ist nicht gut genug...

Aber zumindest eine völlig jugendfreie Zeile prägt sich schnell im Gedächtnis ein: "Was wär denn des Färdd, wenn des Fürberg net wär". Dem haben wir nach der flotten Tanzeinlage nichts hinzuzufügen - höchstens einige >> Fotos.

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